Weihnachtsbrief in Jahr 2020

Weihnachtsgruß 2020 RK Siegburg

Werte Kameraden, Freunde und Förderer,
als ich mich zu meinem jährlichen Weihnachtsschreiben hingesetzt habe, hatte ich mir fest vorgenommen nicht über Corona zu sprechen. Aber das Jahr, das hinter uns liegt, ist geprägt von Corona. Ich möchte daher auf Dinge hinweisen, die mir in dieser Zeit aufgefallen sind.
Menschen sind in den Fokus gerückt, die von uns oft nicht wahrgenommen wurden. Pflege- und Hilfskräfte, die bis an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit arbeiten. Wenn wir aber genauer hinsehen, tun diese das aber schon lange, auch vor der Corona-Zeit, diese hat hier lediglich eine Schippe draufgelegt.
Aber nicht nur Pflege- und Hilfskräfte leisten wichtige Beiträge in unserer Zeit. Personal im Einzelhandel, Supermärkten, Tankstellen und in den Lieferdiensten stehen vor besonderen Anforderungen.
Dienstleister brauchen aber auch eine dahinterstehende Logistik, die kaum jemand wahrnimmt. Lkw-Fahrer, die zeitweise nicht mal mehr einen Rastplatz anfahren konnten, um sich zu versorgen, Paketzusteller, die mit 250% Leistung arbeiten und viele mehr. Diese Menschen sorgen für uns, und das taten sie auch vor Corona, und nach dieser Zeit brauchen wir diese Menschen weiter.
Hier stellt sich für mich die Frage, wer eigentlich das Rückgrat unserer Gesellschaft ist, und ob das überhabt der richtige Begriff ist.
In unserer Gesellschaft ist oft zu hörten, dass Bildungselite und der Mittelstand das Rückgrat unserer Gesellschaft sind. Ist das aber so?
Gibt es überhaupt nur ein Rückgrat in einer Gesellschaft? Und wenn, was macht das Rückgrat, wenn links und rechts keine da Hände sind, die ausführen was vom Rückgrat gesteuert wird?
Ich glaube, wir sind in einer Zeit, in der wir unsere Werte überdenken sollten. Es passiert nichts, wenn hoch bezahlte Wissenschaftler und Manager sich Dinge ausdenken, und später ist niemand da, der diese umsetzt, weil die ausführenden Berufe finanziell nicht vergleichbare Möglichkeiten bieten und gesellschaftlich nicht den Stellenwert bekommen wie akademische Berufe.
Immer mehr Menschen werden auf Universitäten gedrückt mit Abiturnoten, die es früher nur in Ausnahmen gab. Menschen, die diese Wege gehen um gesellschaftlich anerkannt zu werden und sich mit Nachhilfen und herabgesetzten Anforderung oft zweifelhaften Qualifikationen auf dem Papier ins Leben gehen.
Das Resultat ist, wir werden immer mehr schlechte Akademiker bekommen, die nicht aus Leidenschaft, sondern aus einfachen finanziellen Interessen eine akademische Ausbildung wahrnehmen, und immer weniger ausführende Menschen in ausführenden Berufen, weil die Möglichkeiten sich finanziell zu entwickeln jedoch begrenzt sind, und die Anerkennung in der Gesellschaft fehlt.
Wie bewertet man einen Beruf? Zunächst sollte man sich den Begriff Beruf anschauen. Dieser leitet sich von dem Wort Berufung und nicht von dem Wort Entlohnung ab.
Was bedeutet, ich sollte mich für das, was ich tue, berufen fühlen und nicht nur auf finanzielle Vorteile oder auf Grund von gesellschaftlichem Ansehen für einen Beruf entscheiden. Zudem bedarf es einer gesunden Selbsteinschätzung von den eigenen Fähigkeiten und Talenten.
Die Leistung eines Menschen wird mit Geld entlohnt und daran gemessen. Nimmt man aber das Durchschnittseinkommen eines Versicherungsdirektors von 8500€ (Quelle nettolohn.de) im Vergleich zu dem Durchschnittsgehalt von Krankenschwestern von 2200€ (Quelle nettolohn.de), stellt sich die Frage, ob die Stunde des Versicherungsdirektors so viel mehr Wert ist als die einer Krankenschwester? Oft wird hier mit Verantwortung argumentiert, die Zeit, in der wir leben, hat uns aber gezeigt, dass dieses Argument so nicht haltbar ist. Ich will jetzt nicht von „Topmanagern“ anfangen, denn hier öffnet sich der Abstand zwischen dem, was für Leistung entlohnt wird, ins Unanständige.
Die Menschen, die sich jetzt einbringen und uns durch diese Zeit bringen, sind oft keine hoch bezahlten Manager. Diese versagen sehr oft in unserer Zeit. Es ist die Schwester Ina und der Trucker Gerd, die uns jetzt die Stellung halten.
Ich hoffe, dass man sich dieser Personen erinnert, wenn auf man Grund von höheren Dividenden Personalkosten sparen will.
Engagement, Erfahrung, Talent und Persönlichkeit und nicht Papier und Ellenbogen sollten Werte sein.
Mein Wunsch für das neue Jahr ist, bewerten wir Menschen nicht nach dem Bankkonto, sondern nach den Fähigkeiten und nach dem, was Sie für unsere Gesellschaft tun. Geben wir denen die Anerkennung, die uns auch durch schwere Zeiten treu zur Seite stehen. Die Idealisten und Selbstlosen, die uns zeigen, dass es andere Wege gibt.
Geben wir ein Beispiel, dem Andere folgen können und schauen etwas mehr auf das Uns als auf das Ich.
Nun möchte ich noch einen Gruß an die Kameraden richten. Denn für die Kameradschaft war es für mich ein gutes Jahr. Wir haben es geschafft in diesem Jahr neue Projekte ins Leben zu rufen wie unseren Stammtisch, auch wenn dieser nur zweimal stattfand. Wir haben alle RK-Abende durchgeführt, egal was für Hindernisse kamen. Wir haben bis auf einen Monat jeden Monat Ausbildung gemacht, wir haben Öffentlichkeitsarbeit gemacht in der Presse und neu auf Instagram. Bei den meisten Veranstaltungen, die stattfanden, waren Kameraden von uns zu finden.
Wir haben Kameraden im Kosovo und in Afghanistan mit eingebunden. Ich möchte, dass „Wir“ hier bei uns groß schreiben, denn all das geschah ohne Unterstützung oder Hilfen von außen.
Wir waren das! Auch wenn wir uns manchen Spruch anhören mussten, haben wir den Kurs gehalten, Ideen eingebracht und Lösungen erarbeitet. Selbst als ich ausfiel, wurde sofort die Initiative ergriffen und die RK-Arbeit fortgeführt. Ich bin stolz auf unsere Kameradschaft.
WIR SIND EINE STARKE TRUPPE
Danke Kameraden!

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