RK-Siegburg am Fallschirm

Nach einer Internet-Recherche zum Thema Fallschirmspringen, fanden Kameraden der RK Siegburg die Webseite der Fallschirmjäger Kameradschaft Kaiserslautern (FJK), und luden den zweiten Vorsitzenden Jochen Winzer ein, einen Vortrag über die Ausbildung, welche die FJK durchführt, bei einem RK Abend zu halten. Schnell waren Kameraden gefunden, die das niederländische Fallschirmspringerabzeichen machen wollten. Jetzt hieß es, einen Arzt zu finden, der die notwendigen Tauglichkeitstests für Fallschirmspringer durchführt, was in Zeiten von COVID 19 nicht ganz einfach war. COVID 19 war auch der Grund, dass der Kurs verschoben werden musste. Nachdem die Tauglichkeit geprüft, ein Termin gefunden und ein Platz auf dem angrenzenden Campingplatz gebucht war, stieg die Vorfreude und die Spannung. Am Donnerstag ging es dann am Meldekopf bei Richy mit der Einschleusung, dem Bezahlen der Kursgebühr, Dokumentenkontrolle und Registrierung los. Die Gruppe aus Kameraden der Bundeswehr, Zivilisten und einer Gruppe von Polizeibeamten fanden schnell zueinander.
Henri, der Ausbilder und aktiver Fallschirmjäger der niederländischen Armee, der die Ausbildung außerhalb seines Dienstes durchführt, begrüßte die Teilnehmer.

Es folgte der theoretische Unterricht. Themen, wie das Verhalten auf einem Flugplatz am Boden und in der Luft, Materialkunde, Bauteile und Funktion eines Fallschirms mit den enthaltenen Sicherheitselementen, Checkliste, Briefing, das Orientieren, Handhabung des Schirms und Verhalten in Notfällen im und außerhalb des Flugzeuges waren u. a. Inhalte der Ausbildung.
In der praktischen Ausbildung am Boden wurde an Modellen und Dummys das Verlassen des Flugzeuges (der Exit) sowie die Verwendung des Reserveschirms vermittelt. Weitere Lehrinhalte am Boden waren das Orientieren und der Flugweg sowie die Landung mit der Pararolle. Am Abend wurde das Gelernte im Selbststudium vertieft und gedrillt. Der Freitagmorgen begann mit einem Auffrischen des am Tag zuvor Gelernten, bevor es zu den Prüfungen ging. Nach einer theoretischen Prüfung ging es zum praktischen Test. Hier wurden, im Gurtzeug von der Decke hängend, nochmal die Verfahren zu Beseitigung von Problemen und Notverfahren bei Störungen durchexerziert und geprüft.
Sodann waren die Teilnehmer fertig zum ersten Sprung, aus dem aufgrund der Wetter- und Luftlage jedoch an diesem Tag nichts wurde.
Am Samstag war es dann aber so weit, der erste „Lift“ war für 9:00 Uhr angesetzt.
Briefing, Ausrüstung aufnehmen, Höhenmesser anlegen, Check durch Henri und dann ab zum Absetzflugzeug. Mit aufgerissenen Haifischmaul rollte die Cessna Caravan heran und öffnete ihr Seitentor. Eng gedrängt auf dem Boden des Fliegers sitzend wurde die Static-Line eingehackt. Tor zu, Schwenk auf den Runway voll Gas und nach 5 Minuten war das Flugzeug auf der Absetzhöhe von ca. 4000 Fuß. Der Absetzer öffnete nach dem Aufleuchten der Grünen Lampe das Seitentor der Caravan. Nach zuvor festgelegter Reihenfolge rutschten nun die ersten Kursteilnehmer zum Ausstieg. Beine und eine Pobacke raus, Frage des Absetzers „READY“, Antwort irgendwas wie „Ja“, ein „GO“ des Absetzers und der erste Springer war in der Tiefe verschwunden. Nun ging alles sehr schnell, einer nach dem anderen wiederholte die Prozedur und fand sich an einem Fallschirm hängend über dem Flugplatz Teuge. Die Sekunden zu beschreiben, bis man zu den gedrillten Tätigkeiten übergeht, ist kaum möglich. Nachdem die Checkliste abgearbeitet war, begann das Genießen des Gleitens durch die Luft, Schwenks und Drehungen in der dritten Dimension, dann Eindrehen in das Landeverfahren der Dropzone.
Zu guter Letzt die Landung und ein überglückliches Gefühl im Bus auf dem Weg zurück zum Hangar. Insgesamt wurden 5 Sprünge durchgeführt, wobei es eine Verletzung gab. Nach jedem Sprung wurden im Debriefing jeder Exit und jede Landung besprochen. Final wurden am Abend die Abzeichen, Sprungbücher und Lizenzen mit dem obligatorischen Klaps auf dem Po verliehen.

Ein einmaliges Erlebnis, das die Kameraden der Fallschirmjäger Kameradschaft Kaiserslautern den Teilnehmern der RK-Siegburg vermittelten.
Wer mehr erfahren will, sollte sich die Webseite der FJK www.fjk-kl.de ansehen und Kontakt mit den Kameraden aufnehmen.

Text: Olaf Kortenhoff
Fotos: Jasmin und Jochen Winzer, Klaus Schulz

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